Sonntag, 30. Januar 2011

Winter

Ich glaube es ist mal wieder an der Zeit, mich euch allen mitzuteilen. Wir haben mittlerweile fast schon wieder Frühling. Okay, das stimmt nicht wirklich aber man darf ja mal träumen. Bei uns ist wieder Winter. Es hat letzte Woche geschneit und jetzt ist wieder alles weiß aber auch sehr glatt. Hier wird nämlich nicht gestreut und auch eher sporadisch gefegt oder geschippt. So ist es manchmal ziemlich gefährlich aus dem Haus zu gehen aber mich hat es zum Glück erst einmal auf den Boden gelegt. Und das ohne blaue Flecken oder ähnliches. Aber trotzdem schlittere ich vor allem hier in Bukarest im Moment mehr schlecht als recht durch die Straßen da die Wege vereist sind. Aber die Sonne scheint. Wenn ich über das Feld nach Ploiesti gehe, rechts, links, vor und hinter mir nur weiß, dann fühle ich mich manchmal wie in einem Wintermärchen. Fehlt nur noch Frau Winter die über das weiße etwas schwebt und durch das Berühren mit ihrem Zauberstab die Bäume in weiße, wunderschöne Gebilde verzaubert. Okay, ich habe gerade eine sehr phantasiereiche und märchenhafte Vorstellungskraft.
Meine Kinder haben die kommende Woche Ferien. Da freue ich mich schon drauf denn dann ist ihr Tag nicht so streng durchgeplant! Keine Schule heißt auch keine Hausaufgaben und dementsprechend viiiiiiiiiiiel Zeit zum Spielen, Basteln, Malen... Mit meinen Mädels will ich in den Ferien ein großes Bild gestalten. Einen bunten Luftballonstrauß. In jeden Luftballon kommt dann ein Foto von einem der Kinder oder Erzieher rein. Ich hoffe das sieht nachher genauso gut aus wie ich es mir in meiner Phantasie ausgemalt habe!! Mal schauen. Leider fehlt es den Kindern an kreativer Auslebung zum einen weil sie wenig Zeit haben durch den durchgeplanten Tag, zum anderen aber auch weil wenn hier etwas kreatives gemacht wird, es sich eigentlich nur um Ausmalbilder handelt. 
In der letzten Woche war ich fast nur damit beschäftigt Schuhe zu sortieren. Concordia hat eine riesige Spende von Schuhen bekommen. Ein paar Kleider waren auch dabei aber hauptsächlich waren es Schuhe. Von NIKE. Hierbei handelte es sich um Sachen, die nicht mehr verkaufbar waren weil sie z.B. ein kleines Loch hatten, ausgebleicht waren... Eigentlich waren fast alle Sachen neu. Es war gut, mal für ein paar Tage einer anderen Arbeit nachzugehen auch wenn diese etwas stumpf war aber es hat trotzdem sehr viel Spass gemacht. So bin ich drei Tage lang jeden Morgen auf die Farm gefahren und habe somit auch nochmal einen anderen Teil von Concordia kennengelernt. 
Gestern waren wir zu Besuch bei ein paar Jugendlichen die auf der Straße leben, sich aber in einem leer stehenden Haus eingenistet haben. Der Hausbesitzer hat ihnen unterschreiben, das sie dort wohnen dürfen sodass ihnen die Polizei nichts anhaben kann.  Es war sehr interessant und so ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Sie haben dort kein fließendes Wasser aber Strom. Durch improvisiertes und technisches Geschick ist es dort warm und hell.  und es herrscht eine freudige und ausgelassene Stimmung trotz der Not die dort eigentlich herrscht. bewundernswert.
Jetzt habe ich wieder ein Wochenende in Bukarest verbracht und werde morgen in einer neue Woche starten. Ich wünsche euch allen einen schonen Restwinter mit wenigen Erhaltungen :)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Liebesbrief und Abschiedsschmerz!!

So... jetzt sind Papa und Christian seid gut einer Woche schon wieder aus Bukarest geflohen! Fur mich war es sehr schon, die beiden Jungs nach so langer Zeit einmal wieder zu sehen und ich glaube auch ihnen hat es sehr gefallen. Gerade dadurch dass sie in anhlicher Branche arbeiten war es sehr interessant, was sie hier alles gesehen haben. Danke fur euren Besuch und danke dir Papa fur deinen Bericht.
Bei mir ist wieder der Alltag eingekehrt. Der Alltag, der mich immer mehr erfullt und mir immer mehr Spass macht. Ich hab zwar manchmal das Gefuhl, dass ich und meine Mama im Haus jeweils unser Ding machen und irgendwie wenig voneinander mitbekommen aber gut... ich kann mit leben. Zumindest im Moment.
Wir Volontare hier werden leider immer weniger. Christina von der Farm ist nach Weihnachten nach Hause gegangen und wird auch erstmal nicht wieder kommen. Domnul Doctor wird im Februar gehen. Bei Aron und Rainer, die gerade in Moldawien sind, sieht es auch nicht sehr rosig aus und vier andere werden im Februar Kathrin nach Moldawien folgen, die vor einer Woche dorthin gegangen ist. Naja und dann gibt es ja auch noch Christine... So wird die ursprungliche Volontarsgruppe immer kleiner. Zwar kommen immer mal wieder vereinzelt neue dazu, aber trotzdem ist es sehr schade um diejenigen, die sich mit uns in den ersten Monaten durch das Erlernen der rumanischen Sprache  gequalt haben und die ich allesamt in mein kleines Herz geschlossen habe. Hort ihr, trotz meiner Grosse ist in meinem Herzen Platz fur euch alle! Stati cuminte si aveti grija!! Leute, ich hoffe ich sehe euch spatestens zum Vis de vara wieder!!!
Gestern habe ich einen Liebebrief bekommen. Mensch war das schon. Ich hab mich wie ein Honigkuchenpferd gefreut. Der kam von einem meiner kleien Jungs. Ganze zehn Jahre ist der alt. Es war ein Mix aus Englisch (I love you), rumanisch (te ibuesc, pentru Feli frumoasa) und deutsch (dancke, loift). Wenn ihr das Wort loift anderes schreibt, dann wisst ihr vielleicht, was das eigentlich heissen soll!! :)
Sonst geht hier alles seinen gewohnten Gang. Vorgestern Abend gab es Stromausfall, gestern hat die Waschmaschiene ihren Geist aufgegeben, fast jeden Tag laufe ich einem neuen toten Hund uber den Weg... nur eines hat sich geandert, ich werde nicht mehr jeden Tag mit einem Besenstiel verkloppt!! :)
Zu guter Letzt noch ein Bild aus meiner Anfangszeit. Hier waren wir an einem der ersten Abende mit allen Volontaren zusammen in der Stadt. Das waren noch Zeiten!!

Sonntag, 9. Januar 2011

Mein Papa erzaehlt...

Liebe Feli,
nun der Versuch eines Berichtes.
Da standen wir nun am Bukarester Flughafen. Bestellt und nicht abgeholt. Der rumänischen Sprache nicht mächtig und keine Ahnung wohin wir mussten. Dann kam die erlösende SMS, „fahren jetzt los, bis gleich, freuen uns“. Obgleich Feli und ihr Abholteam zu spät waren, waren sie dennoch pünktlich, da unser Flieger eine halbe Stunde zu früh war.
Und dann begann unser Bukarestabenteuer. Erste Begegnungen mit den jungen Menschen im Casa Iuda. Wir verstanden nichts, hatten aber nicht einmal das Gefühl fremd zu sein und waren beeindruckt von einer Herzlichkeit, betrachteten aber auch die Distanzlosigkeit mit Interesse (und schon kam der Sozialprofi raus).
Untergebracht waren wir in einem 4-er Zimmer mit Dusche und WC. Luxus pur für rumänische Verhältnisse, aber wir genossen es, wohlwissend, dass wir fünf Tage später nur noch ein Plumpsklo und die Waschschüssel zur Verfügung haben werden.
Morgens um 8 Uhr Kapelle mit anschließendem Frühstück.
Dann ging´s nach Ploiesti und alles war wie`s Feli beschrieben hat. Gang über die vierspurige Schnellstraße und Wanderung zum Bahnhof übers freie Feld. Es fehlten allerdings die kläffenden Hunde, die ansonsten überall gegenwärtig sind.
Feli´s Arbeitsstelle mit ihren Häusern ist relativ neu, aber eine Spur einfacher gebaut als das Casa Iuda. Die Menschen, vor allem die Kinder, genauso herzlich und zugewandt. Gewöhnungsbedürftig war das absolute Schweigen am Mittagstisch.
Die weiteren Bukaresterlebnisse erspare ich Euch, denn es ist wie in jeder großen europäischen Großstadt. Beeindruckende Bauwerke und Häuser jeder Stilrichtung, einzig die oberirdischen Telefonleitungen, die den Blick auf das Eigentlich oft verdecken, sind noch erwähnenswert. Halt, und die Sicherheitsbeamten in jeder Metro-Bahn. Einer im vorderen  und einer im hinteren Drittel.
Erzählenswert ist allerdings noch die Bedeutung des Handys. Es dürfte nicht mehr lange dauern, dann unterhalten sich die Menschen dort miteinander, auch wenn sie nebeneinander herlaufen, indem sie in das kleine Gerät sprechen. In unserem ersten Restaurantbesuch, wir waren zu fünft, war ein länger dauerndes Gespräch nicht möglich, da das Handy ständig brummte, kaum am Ohr, das andere auf dem Tisch tanzte, ein Handy eher unüblich, zwei sollten es schon sein. Wenn kein Anruf kam, simste sicher eines der Handys und die Finger spielten als Antwort Klavier. Zum Glück kam die Pizza sehr spät, sie wäre kalt geworden.
Hatten wir dann doch endlich mal den Eindruck, man sprach mit uns, weil ein paar deutsche Worte fielen, weit gefehlt, die Worte galten einer anderen Volontärin, die am Handy war.
Wir sind dennoch beruhigt abgereist, denn wir spürten sehr deutlich, wie gut es Dir geht, liebe Feli, wie Du Dich auf dieses „Abenteuer“ einlassen kannst und wünschen Dir, dass Dich die vielen Erfahrungen, die Du dort machst, prägen und sicher Deinen weiteren Lebensweg bestimmen werden. Eine der letzten Eindrücke, die wir mitnahmen, war, dass der junge Mann, der Dir sehr wichtig ist und Du ihm wohl auch, beim Essen, wir waren wieder zu fünft, bald meinte, dass jetzt doch mal die Handys verschwinden sollten. Ein Mann mit Format.
Eines muss ich doch noch erzählen. Einer der ehemaligen Straßenkinder aus dem Hause Iuda, nahm uns mit zum Nordbahnhof in die Szene. Wir konnten in einen der Schächte schauen, in denen sie leben, wir konnten eine Gruppe erleben, die um einen dieser Schächte saßen, sich wärmten an der aufsteigenden Luft, sahen die vielen Spritzen und den Müll, der diese Menschen in ihrem Alltag begleitet. Sehr einfühlsam und eindrücklich zeigte er uns einen Teil seines früheren Lebens. Danke, Moise. Danke auch Dir Feli und Deiner besten Freundin Christine. Vielleicht sehen wir sie ja als Praktikantin im Kinderhaus wieder.

Dienstag, 4. Januar 2011

2011

Jetzt bin ich nach der Woche Urlaub wieder hier in meinem derzeitigen Zuhause! Ich hatte ein paar schoene Tage mit meinem Papa, Christian und und all den tollen Menschen aus Bukarest. Wenn ich und auch ihr Gluck habt, werden die Beiden einen Bericht uber ihre Tage in Bukarest erstellen. Druckt die Daumen dass sie nicht zu faul sind. :)
Ich fange nun mit gemischten Gefuhlen an, wieder zu arbeiten. Ich frage mich, wie es im neuen Jahr werden wird, denn ich habe mir vorgenommen, an meiner Arbeit hier einiges zu andern. Mal schauen ob das klappen wird aber ich bin da eigentlich guter Dinge. Wobei ich immer im Hinterkopf behalten muss, dass ich in Rumaenien bin und hier nicht alles so schnell geht! Davon konnen die Beiden auch ein Lied singen!! Aber wie heisst es doch immer so schon: Gut Ding braucht Weile.
Ich wunsche euch allen ein Gutes Neues Jahr, auf das alle eure guten Vorsatze nicht nur Vorsatze bleiben werden. Mit den besten Wunsche aus Rumaenien eure Feli