Samstag, 14. Mai 2011

Die Gemeinschaft wächst

Schon wieder ist eine Woche rum. Ich weiß gar nicht wie viele Wochen wir nun schon hier sind! Drei oder vier. Ich habe aber eh jegliches Zeitgefühl verloren.
Heute Morgen sind wir schon um sechs Uhr mit dem Auto nach Chişinău gefahren, um drei neue Mitglieder in unserer Arche Noah abzuholen. Das sind drei Jugendliche aus Bukarest! Viorel, Toni und Rubi. Leider mussten sie drei Stunden auf uns warten, denn der Bus kam viel zu früh in Chişinău an. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie der Busfahrer gefahren sein muss, bei diesen Straßen… Eigentlich wollten wir dann einen Stadtbummel machen, denn wir dann aber aufgrund von Regen und Müdigkeit auf ein anderes Datum verschoben haben. So haben wir hier zu Hause ein riesiges Frühstück gemacht! War auch nicht schlecht. Mircea und Viorel werden Morgen nach Tudora fahren, um dort eine Volontärsstelle für Viorel, später dann aber auch für andere Volontäre auszuarbeiten.
Am Donnerstag haben wir unseren bis dahin einzigen Jugendlichen für eine Nacht allein in unsere Arche gelassen, da wir anderen vier (Mircea, Stefanie, ich und Nicola, eine neue Mitarbeiterin aus Österreich) nach Tudora gefahren sind, wo ein Seminar für alle Leiter der Sozialzentren stattfand. Dafür mussten wir jeweils vier Stunden mit dem Bus fahren. Als ich bei der Hinfahrt aus dem Bus gestiegen bin, hatte ich solche Kopfschmerzen wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr denn die Straßen… Naja.. manchmal hatte man das Gefühl, als würde man auf einem sehr schlecht gefederten Trampolin sitzen… Dementsprechend waren wir alle auch nicht gerade sehr aufnahmefähig. Wobei wir es ja echt noch gut hatten! Eine der Leiterinnen ist schon um zwei Uhr in der Nacht aufgestanden, um zwölf Stunden später in Tudora zu sein. Das Seminar selber war ganz und gar nicht die lange Anfahrt wert. Also da gibt es noch viel zu tun.
Ansonsten… Nach und nach entwickelt sich hier alles. Mehr oder weniger schnell aber es wird. Ich habe jetzt angefangen, auch hier im COC in Pirita einigen Kindern Deutsch beizubringen. In einem richtigen Klassenraum mit Tafel und allem. Dementsprechend bin ich auch die Lehrerin, die vorne steht. Das gefällt mir nicht und ich hoffe, ich kann den Kindern zeigen, dass man Unterricht anders machen kann. Bzw. das man auch anders lernen kann. Mehr in der Gemeinschaft. So wie ich es in Ploieşti gemacht habe. Mit Spielen habe ich dort den Kindern hauptsächlich Deutsch beigebracht. Und das hat geklappt. Sie können was-… Jetzt habe ich aber auch ein andere Altersgruppe denen man auch Verben zum Konjugieren aufgeben kann. Ich hoffe auch solch einem Alter kann ich Deutsch beibringen aber man wird sehen! Aber das ist eine coole Truppe die lernen möchte…
Das Wetter hier lässt leider immer noch zu wünschen übrig. Als wir hier ankamen, war alles noch nicht so weit vorangeschritten wie in Rumänien. Wir erlebten also unseren zweiten Frühling in diesem Jahr. Leider aber ein ziemlich kalten, seit dieser Woche auch ziemlich regnerischen aber wir sind guter Dinge.
Und sonst.. es geht rauf und runter… Höhen und Tiefen… aber wir hoffen, dass die Neuen frischen Wind mitgebracht haben. Eine Gemeinschaft aus drei, seit kurzem fünf Leuten ist dann auf Dauer doch keine soo gute Gemeinschaft…
So viel für Heute aus Moldawien. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und einen schönen Saisonabschluss!!

Montag, 9. Mai 2011

Was wir allein nicht schaffen...

Jetzt sind wir schon wieder fast drei Wochen hier in Moldawien! Es gab schon hunderte von Hürden zu übersteigen, mindestens genauso viele Eindrücke zu verarbeiten und Aufgaben zu bewältigen. Eines Nachmittags zum Beispiel sind Ionut und ich zu der Busstation gelaufen, von wo uns der Bus zurück ins COC bringen sollte. Auf dem Weg dorthin sahen wir schon von weitem zwei Jungs, etwa 12 Jahre alt, die sich auf der Strasse schlägerten. Okay, nichts seltenes. Passiert auch bei uns. Kurz darafu kamen aber die beiden Väter dazu und fingen auch an, sich gegenseitig zu verprügeln. Das auf offener Strasse und vor einer Gruppe kleiner Jungs. So viel zum Thema Eltern sollen ein Vorbild sein.
Am Samstag kamen einige der alten Menschen aus einem der Sozialzentren zu uns ins COC um unseren Kindern einige Lieder zu singen. Mit dabei war auch einie Mutter und ein Vater, deren Kinder hier im COC wohnen. Die Mutter hatte ihren Sohn vier Jahre lang nicht gesehen da sie im Ausland war. Der Vater, vom Aussehen schon relativ alt, hatte seine Kinder auch schon einige Zeit nicht gesehen. Es war schön mit anzusehen, wie die Wiedersehen vonstatten gingen. Das Mädchen hat ihren Vater vor Freude sogar umgeworfen weil sie ihn so stürmisch umarmte. Solche Moment prägen einen, und lassen sich nicht vergessen.
Die Menschen hier brauchen so viel Liebe, egal ob jung oder alt. Wir hoffen, dass wir ihnen durch Volotärsarbeit auch hier helfen können. Durch eine Volontärsarbeit, wie sie in Rumänien schon vorhanden ist, hier aber jetzt aufgebaut werden muss. Aber wir sind guter Dinge auch wenn es manchmal einem so vorkommt, als würde man einen Schritt nach vorne und fünf zurück machen. Aber: was wir allein nicht schaffen, das schaffen wir zusammen. Und wir werden es zusammen schaffen. Wir hier in unserer Gemeinschaft die wachsen wird, zusammen mit den Moldawiern, den Rumänen, Österreichern, Deutschen....