Nach einer noch nicht ganz ueberstandenen Grippe, einem Wochenende in Bukarest und einem "kraeftemessen" mit einem Hund der sehr hungrig aussah, werder ich jetzt endlich wieder etwas schreiben! Schreiben werde ich zunaechst einmal ueber meinen kleinen Michl. Michl aus Loenneberga. Mit diesem hat er verdammt viele Aehnlichkeiten. Nicht nur vom Aussehen her sondern auch vom Verhalten. Manchmal wuerder mich es echt nicht wundern, wenn ich ihn Maennchenschnitzend irgendwo auffinden wuerde. Seine Mutter hat waehrend der Schwangerschaft Drogen genommen wodurch wodurch sich hier die Erzieher aus dem COC sein Verhalten erklaeren... Ich habe mir jetzt vorgenommen, mit ihm jeden Donnerstag abend zu malen. Da hier das kuenstlerische etwas zu kurz kommt, habe ich mir zwei Tage in der Woche als Maltage auserkoren. Da kommen dann abends immer bis zu vier Kinder zu mir, die Lust haben zu malen oder zu Bastlen und dann machen wir etwas schoenes zusammen. Fuer fast 90 Kinder die danach schreien sich kuenstlerisch zu beschaeftigen sind zwei Abende noch viel zu wenig und ich hoffe, dass ich da noch mehr herausbekommen werde aber gut Ding braucht weile! Aber ich glaube ganz besonders meinem kleinen Michl wird das sehr gut tun den ich wahrscheinlich auch zu meinem Patenkind ernennen werde denn nun soll jeder Volontaer sich ein Patenkind suchen, um das er sich dann besonders kuemmert. Ich glaube in Michl habe ich da genau den richtigen gefunden.
Dienstag, 22. Februar 2011
Michl aus Ploiesti
Donnerstag, 17. Februar 2011
dîn nou
Tut mir schrecklich Leid das ich mein Versprechen nicht einhalten werde aber aus gesundheitlichen Gruenden werde ich schon zu dieser Stunde mein Bett aufsuchen. Koennt ihr mir aufs Neue verzeihen??
Eigentlich wollte ich ja heute etwas uber meinen Michl aus Loenneberga erzaehlen aber... das muss leider warten!! Danke fuer euer Verstaendnis!! :)
Mit den besten Grussen aus Rumaenien eure Feli
Scuzaţi
Ich habe gerade eine E-Mail von meinem Vater bekommen in der er mir mitteilt, dass Christian NUR noch jeden zweiten Tag auf diese Seite schaut weil nichts Neues mehr kommt. Lieber Christian und all diejenigen, denen ein aehnliches Schicksal wiederfahrt, das tut mir unglaublich Leid, ich entschduldige mich hiermit offeziell und gelobige baldige Besserung. Vielleicht schon heute abend. Am liebesten wurde ich mich euch ja jetzt mitteilen aber... ich muss
- Deutschhausaufgaben fur meine Chefin entwerfen,
- Zutaten fur den Kuchen fur Helen kaufen die morgen 20 Jahre alt wird (Helen, wehe wenn du das vor Morgen liest! :) )
- ich muss mit meiner kleinsten Hausbewohnerin Deutsch machen...
- Ueberlegen, was ich heute Abend fur eine Thema beim malen mache
- und was ich heute meinen Kindern in Deutsch beibringe
Ihr seht, ich bin eine vielbeschaftigte Person. Kannst du mir verzeihen Christian??? Multumesc!! :)
Sonntag, 6. Februar 2011
Auf Winter folgt... Fruehling
Und dieser scheint hier langsam anzukommen. Kennt ihr das, wenn die Luft manchmal nach Fruehling riecht, die Sonne scheint als waere es Fruehling und du im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur Fruehlingsgefuehle hast? So ging es mir heute. Dieser Geruch der in der Luft lag, unbeschreibbar. Einfach ein Duft nach Fruehling. Nicht nur ich scheine den schoenen Tag genossen zu haben sondern auch dieser faule Hund der sich mal wieder auf das Gelaende vom Casa Iuda geschlichen hat. Fruehling, endlich scheinst du zu kommen! Ich freu mich auf dich! Und lass dich nicht nocheinmal vom Winter verdraengen!! :)
Sonntag, 30. Januar 2011
Winter
Ich glaube es ist mal wieder an der Zeit, mich euch allen mitzuteilen. Wir haben mittlerweile fast schon wieder Frühling. Okay, das stimmt nicht wirklich aber man darf ja mal träumen. Bei uns ist wieder Winter. Es hat letzte Woche geschneit und jetzt ist wieder alles weiß aber auch sehr glatt. Hier wird nämlich nicht gestreut und auch eher sporadisch gefegt oder geschippt. So ist es manchmal ziemlich gefährlich aus dem Haus zu gehen aber mich hat es zum Glück erst einmal auf den Boden gelegt. Und das ohne blaue Flecken oder ähnliches. Aber trotzdem schlittere ich vor allem hier in Bukarest im Moment mehr schlecht als recht durch die Straßen da die Wege vereist sind. Aber die Sonne scheint. Wenn ich über das Feld nach Ploiesti gehe, rechts, links, vor und hinter mir nur weiß, dann fühle ich mich manchmal wie in einem Wintermärchen. Fehlt nur noch Frau Winter die über das weiße etwas schwebt und durch das Berühren mit ihrem Zauberstab die Bäume in weiße, wunderschöne Gebilde verzaubert. Okay, ich habe gerade eine sehr phantasiereiche und märchenhafte Vorstellungskraft.
Meine Kinder haben die kommende Woche Ferien. Da freue ich mich schon drauf denn dann ist ihr Tag nicht so streng durchgeplant! Keine Schule heißt auch keine Hausaufgaben und dementsprechend viiiiiiiiiiiel Zeit zum Spielen, Basteln, Malen... Mit meinen Mädels will ich in den Ferien ein großes Bild gestalten. Einen bunten Luftballonstrauß. In jeden Luftballon kommt dann ein Foto von einem der Kinder oder Erzieher rein. Ich hoffe das sieht nachher genauso gut aus wie ich es mir in meiner Phantasie ausgemalt habe!! Mal schauen. Leider fehlt es den Kindern an kreativer Auslebung zum einen weil sie wenig Zeit haben durch den durchgeplanten Tag, zum anderen aber auch weil wenn hier etwas kreatives gemacht wird, es sich eigentlich nur um Ausmalbilder handelt.
In der letzten Woche war ich fast nur damit beschäftigt Schuhe zu sortieren. Concordia hat eine riesige Spende von Schuhen bekommen. Ein paar Kleider waren auch dabei aber hauptsächlich waren es Schuhe. Von NIKE. Hierbei handelte es sich um Sachen, die nicht mehr verkaufbar waren weil sie z.B. ein kleines Loch hatten, ausgebleicht waren... Eigentlich waren fast alle Sachen neu. Es war gut, mal für ein paar Tage einer anderen Arbeit nachzugehen auch wenn diese etwas stumpf war aber es hat trotzdem sehr viel Spass gemacht. So bin ich drei Tage lang jeden Morgen auf die Farm gefahren und habe somit auch nochmal einen anderen Teil von Concordia kennengelernt.
Gestern waren wir zu Besuch bei ein paar Jugendlichen die auf der Straße leben, sich aber in einem leer stehenden Haus eingenistet haben. Der Hausbesitzer hat ihnen unterschreiben, das sie dort wohnen dürfen sodass ihnen die Polizei nichts anhaben kann. Es war sehr interessant und so ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Sie haben dort kein fließendes Wasser aber Strom. Durch improvisiertes und technisches Geschick ist es dort warm und hell. und es herrscht eine freudige und ausgelassene Stimmung trotz der Not die dort eigentlich herrscht. bewundernswert.
Jetzt habe ich wieder ein Wochenende in Bukarest verbracht und werde morgen in einer neue Woche starten. Ich wünsche euch allen einen schonen Restwinter mit wenigen Erhaltungen :)
Donnerstag, 13. Januar 2011
Liebesbrief und Abschiedsschmerz!!
So... jetzt sind Papa und Christian seid gut einer Woche schon wieder aus Bukarest geflohen! Fur mich war es sehr schon, die beiden Jungs nach so langer Zeit einmal wieder zu sehen und ich glaube auch ihnen hat es sehr gefallen. Gerade dadurch dass sie in anhlicher Branche arbeiten war es sehr interessant, was sie hier alles gesehen haben. Danke fur euren Besuch und danke dir Papa fur deinen Bericht.
Bei mir ist wieder der Alltag eingekehrt. Der Alltag, der mich immer mehr erfullt und mir immer mehr Spass macht. Ich hab zwar manchmal das Gefuhl, dass ich und meine Mama im Haus jeweils unser Ding machen und irgendwie wenig voneinander mitbekommen aber gut... ich kann mit leben. Zumindest im Moment.
Wir Volontare hier werden leider immer weniger. Christina von der Farm ist nach Weihnachten nach Hause gegangen und wird auch erstmal nicht wieder kommen. Domnul Doctor wird im Februar gehen. Bei Aron und Rainer, die gerade in Moldawien sind, sieht es auch nicht sehr rosig aus und vier andere werden im Februar Kathrin nach Moldawien folgen, die vor einer Woche dorthin gegangen ist. Naja und dann gibt es ja auch noch Christine... So wird die ursprungliche Volontarsgruppe immer kleiner. Zwar kommen immer mal wieder vereinzelt neue dazu, aber trotzdem ist es sehr schade um diejenigen, die sich mit uns in den ersten Monaten durch das Erlernen der rumanischen Sprache gequalt haben und die ich allesamt in mein kleines Herz geschlossen habe. Hort ihr, trotz meiner Grosse ist in meinem Herzen Platz fur euch alle! Stati cuminte si aveti grija!! Leute, ich hoffe ich sehe euch spatestens zum Vis de vara wieder!!!
Gestern habe ich einen Liebebrief bekommen. Mensch war das schon. Ich hab mich wie ein Honigkuchenpferd gefreut. Der kam von einem meiner kleien Jungs. Ganze zehn Jahre ist der alt. Es war ein Mix aus Englisch (I love you), rumanisch (te ibuesc, pentru Feli frumoasa) und deutsch (dancke, loift). Wenn ihr das Wort loift anderes schreibt, dann wisst ihr vielleicht, was das eigentlich heissen soll!! :)
Sonst geht hier alles seinen gewohnten Gang. Vorgestern Abend gab es Stromausfall, gestern hat die Waschmaschiene ihren Geist aufgegeben, fast jeden Tag laufe ich einem neuen toten Hund uber den Weg... nur eines hat sich geandert, ich werde nicht mehr jeden Tag mit einem Besenstiel verkloppt!! :) Zu guter Letzt noch ein Bild aus meiner Anfangszeit. Hier waren wir an einem der ersten Abende mit allen Volontaren zusammen in der Stadt. Das waren noch Zeiten!!
Sonntag, 9. Januar 2011
Mein Papa erzaehlt...
Liebe Feli,
nun der Versuch eines Berichtes.
Da standen wir nun am Bukarester Flughafen. Bestellt und nicht abgeholt. Der rumänischen Sprache nicht mächtig und keine Ahnung wohin wir mussten. Dann kam die erlösende SMS, „fahren jetzt los, bis gleich, freuen uns“. Obgleich Feli und ihr Abholteam zu spät waren, waren sie dennoch pünktlich, da unser Flieger eine halbe Stunde zu früh war.
Und dann begann unser Bukarestabenteuer. Erste Begegnungen mit den jungen Menschen im Casa Iuda. Wir verstanden nichts, hatten aber nicht einmal das Gefühl fremd zu sein und waren beeindruckt von einer Herzlichkeit, betrachteten aber auch die Distanzlosigkeit mit Interesse (und schon kam der Sozialprofi raus).
Untergebracht waren wir in einem 4-er Zimmer mit Dusche und WC. Luxus pur für rumänische Verhältnisse, aber wir genossen es, wohlwissend, dass wir fünf Tage später nur noch ein Plumpsklo und die Waschschüssel zur Verfügung haben werden.
Morgens um 8 Uhr Kapelle mit anschließendem Frühstück.
Dann ging´s nach Ploiesti und alles war wie`s Feli beschrieben hat. Gang über die vierspurige Schnellstraße und Wanderung zum Bahnhof übers freie Feld. Es fehlten allerdings die kläffenden Hunde, die ansonsten überall gegenwärtig sind.
Feli´s Arbeitsstelle mit ihren Häusern ist relativ neu, aber eine Spur einfacher gebaut als das Casa Iuda. Die Menschen, vor allem die Kinder, genauso herzlich und zugewandt. Gewöhnungsbedürftig war das absolute Schweigen am Mittagstisch.Die weiteren Bukaresterlebnisse erspare ich Euch, denn es ist wie in jeder großen europäischen Großstadt. Beeindruckende Bauwerke und Häuser jeder Stilrichtung, einzig die oberirdischen Telefonleitungen, die den Blick auf das Eigentlich oft verdecken, sind noch erwähnenswert. Halt, und die Sicherheitsbeamten in jeder Metro-Bahn. Einer im vorderen und einer im hinteren Drittel.
Erzählenswert ist allerdings noch die Bedeutung des Handys. Es dürfte nicht mehr lange dauern, dann unterhalten sich die Menschen dort miteinander, auch wenn sie nebeneinander herlaufen, indem sie in das kleine Gerät sprechen. In unserem ersten Restaurantbesuch, wir waren zu fünft, war ein länger dauerndes Gespräch nicht möglich, da das Handy ständig brummte, kaum am Ohr, das andere auf dem Tisch tanzte, ein Handy eher unüblich, zwei sollten es schon sein. Wenn kein Anruf kam, simste sicher eines der Handys und die Finger spielten als Antwort Klavier. Zum Glück kam die Pizza sehr spät, sie wäre kalt geworden.
Hatten wir dann doch endlich mal den Eindruck, man sprach mit uns, weil ein paar deutsche Worte fielen, weit gefehlt, die Worte galten einer anderen Volontärin, die am Handy war.
Wir sind dennoch beruhigt abgereist, denn wir spürten sehr deutlich, wie gut es Dir geht, liebe Feli, wie Du Dich auf dieses „Abenteuer“ einlassen kannst und wünschen Dir, dass Dich die vielen Erfahrungen, die Du dort machst, prägen und sicher Deinen weiteren Lebensweg bestimmen werden. Eine der letzten Eindrücke, die wir mitnahmen, war, dass der junge Mann, der Dir sehr wichtig ist und Du ihm wohl auch, beim Essen, wir waren wieder zu fünft, bald meinte, dass jetzt doch mal die Handys verschwinden sollten. Ein Mann mit Format.
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