Samstag, 11. Juni 2011

Ronja Räubertochter

Mittleweile verfliegt die Zeit auch hier in Moldawien wie im Flug. Am Anfang ging alles nur sehr langsam vorbei durch die ganzen Steine, die uns in den Weg gelegt wurden. Doch mittlerweile spiele ich nicht mehr mit dem Gedanken, meine Koffer zu packen und zurück nach Bukarest zu fahren. In der Suppenküche, in der ich mittlerweile bin, steppt der Bär. Ein Mädchen kam in der vergangenen Woche zu uns das aussah, wie Ronja Räubertochter mit ihrem zerzausten Haaren, ihren verdreckten Füssen und ihren zerissenen Kleidern. Nachdem wir sie aber in die Dusche gesteckt hatten, kam sie nicht nur wohlriechend wieder heraus ,sondern hatte zum einen ein Leuchten in den Augen, zum anderen machten wir aber auch die Entdeckung von ganz vielen kleinen "niedlichen" Tierchen in ihrem Haar. Ich habe dann angefangen, mich ihrem Kopf anzunehmen. Seit dessen habe auch ich das ständige Bedürfnis, mich an meinm Kopf zu kratzen aber ich hoffe, durch die vorbeugenden Essigbehandlung werde ich den Kampf gegen die Viecher gewinnen. Am nächsten Tag brachte sie einen anderen Jungen mit. Sieben Jahre, total schüchtern. Zu dritt machten wir dann eine Dusche. Auch er war danach wie ausgewechselt. Ein Kind voller Lebensfreude und Schalk im Nacken. Es ist wunderschön wie man solchen Kindern allein durch ein bisschen Aufmerksamkeit ein Leuchten in die Augen bringen kann. Wie man die Kinder dazu werden lassen kann was sie sind. Nämlich Kinder. Auch wenn es nur für ein paar Augenblicke sind, das ist ein Erfolg der einem immer im Gedächnis bleiben wird. Ronja Räubertochter und ihr Freund.

1 Kommentar:

  1. hey feli,
    viele gruesse aus benin, bin hier gerade in urlaub und hab zwischendurch mal zeit gefunden, deinen blog mal wieder zu lesen...
    bis bald in freiburg...
    jakob

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